Jitsi Meet ist für viele der erste Gedanke, wenn es um eine datenschutzfreundliche Videokonferenz geht - zu Recht: Jitsi läuft im Browser, ist Open Source und lässt sich selbst betreiben. Briefing teilt diese Grundidee, trifft aber bei der Architektur eine andere Entscheidung. Diese Seite erklärt, welche das ist und wann welches Werkzeug besser passt.
Kurz gesagt
| Briefing | Jitsi Meet | |
|---|---|---|
| Läuft im Browser | ja | ja |
| Selbst betreiben | ja, ein Docker-Image | ja, mehrere Dienste (Web, Prosody, Jicofo, Videobridge) |
| Konto zum Starten | nein | auf meet.jit.si für die Moderation nötig (Google- oder GitHub-Konto) |
| Weg von Bild und Ton | direkt zwischen den Browsern | über die Jitsi Videobridge |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | immer | optional, die Moderation schaltet sie pro Meeting ein |
| Kennt der Server den Raumnamen? | nein, nur eine nicht umkehrbare ID | ja |
| Einlass | die Teilnehmenden prüfen kryptografisch | Server, optional Lobby und Passwort |
| Gespräch bei Serverausfall | läuft weiter | bricht ab |
| Sicherheitscodes gegen Mitlauscher | ja | nein |
| Große Gruppen | nein, für kleine Runden | ja |
| Aufzeichnung, Livestream, Einwahl per Telefon | nein | ja (je nach Installation) |
Stand: Oktober 2026, Angaben zu Jitsi nach dessen öffentlicher Dokumentation.
Der Kernunterschied: Medienserver oder direkte Verbindung
Jitsi schickt Bild und Ton aller Teilnehmenden an die Videobridge, einen Medienserver, der die Ströme an alle anderen verteilt. Das ist effizient und erlaubt große Runden. Der Preis: Die Transportverschlüsselung endet an der Bridge, sie entschlüsselt die Medien und verschlüsselt sie neu. Jitsi bietet zusätzlich eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, die muss aber die Moderation pro Meeting einschalten, alle brauchen einen unterstützten Browser, und manche Funktionen wie die serverseitige Aufzeichnung stehen dann nicht zur Verfügung.
Briefing verbindet die Teilnehmenden direkt miteinander. Es gibt keinen Medienserver, an dem alles zusammenläuft. Bild und Ton sind zwischen den Browsern mit DTLS-SRTP verschlüsselt, Chat, Dateien, Dokumente und der Verbindungsaufbau zusätzlich mit einem Raumschlüssel, den nur der Link kennt. Diese Verschlüsselung ist nicht abschaltbar - es gibt keinen Schalter, den jemand vergessen kann.
Ohne Login, auch für die Gastgeberin
Auf dem öffentlichen Server meet.jit.si muss sich die Person, die ein Meeting startet, inzwischen anmelden, und zwar mit einem Google- oder GitHub-Konto. Das hat Missbrauch eingedämmt, bedeutet aber auch: Wer einen Raum eröffnet, ist einem großen Plattformkonto zugeordnet.
Bei Briefing braucht niemand ein Konto. Gegen ungebetene Gäste schützt nicht ein Login, sondern der Schlüssel im Link: Ohne ihn lässt sich ein Raum weder finden noch betreten. Der Server kennt nicht einmal den Namen des Raums.
Wer kommt herein?
Bei Jitsi entscheidet der Server, wer einen Raum betritt; Lobby und Raum-Passwort setzt er durch. Bei Briefing entscheiden die Teilnehmenden: Eine neue Person wird nur aufgenommen, wenn die Anwesenden ihre verschlüsselte Beitrittsnachricht mit dem Raumschlüssel entschlüsseln können. Ein manipulierter Server, der trotzdem jemanden hereinlässt, gewinnt nichts - ohne Schlüssel gibt es nichts zu lesen.
Wer ganz sicher sein will, vergleicht die Sicherheitscodes: sechs Symbole pro Verbindung, berechnet aus den Zertifikaten, die die Browser tatsächlich verwenden. Sitzt jemand dazwischen, unterscheiden sie sich.
Einfacher selbst zu betreiben
Beide lassen sich selbst hosten. Eine Jitsi-Installation besteht aus mehreren Diensten (Webserver, XMPP-Server Prosody, Jicofo, Videobridge) und braucht für viele Teilnehmende ordentlich Bandbreite auf dem Server. Briefing ist ein einziges Docker-Image. Weil die Medien nicht über den Server laufen, kommt es mit sehr wenig Ressourcen aus - der Server hilft nur beim Finden. Ein laufendes Gespräch übersteht sogar einen Neustart des Servers.
Wann Jitsi die bessere Wahl ist
- Große Runden. Dank Videobridge trägt Jitsi Meetings, die für direkte Verbindungen zu groß sind.
- Aufzeichnung und Livestreaming (Jibri) sowie Einwahl per Telefon (Jigasi).
- Breakout-Räume und umfangreiche Moderationsfunktionen.
- Etablierte Integrationen, etwa in Lernplattformen und Chat-Tools.
Wann Briefing die bessere Wahl ist
- Ihr seid eine kleine Gruppe und wollt vertraulich sprechen.
- Niemand soll sich anmelden müssen - auch nicht, wer den Raum eröffnet.
- Ihr wollt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Kompromisse und ohne daran denken zu müssen.
- Ihr wollt einen Video-Chat selbst betreiben, ohne eine Medienserver-Infrastruktur zu pflegen.
Mehr Vergleiche: Briefing im Vergleich. Die Technik im Detail: So funktioniert Briefing.